Waruno Mahdi’s

Virtuelles WebLOG — Deutsch VII
— Berlin —

WM
HINWEIS: Die auf dieser Seite zum Ausdruck gebrachte Meinung ist auschließlich die des Autors allein.
 
Datum:  9. August 2009
An: Den Tagesspiegel
Betreff: U55 — Kurz, bündig, teuer (08.08.2009, S. 1 + 9)

Richtig, fehlt allein noch "und überflüssig". Zwanzig Jahren nach dem Mauerfall ist es desweiteren ein Anachronismus: die S-Bahn durch eine parallellaufende U-Bahnlinie Konkurrenz bieten zu wollen.

Nur beim neuerlichen (und wahrscheinlich wohl einmaligen) Ausfall der S-Bahnverbindung zwischen Zoologischem Garten und Ostbahnhof wäre eine U55 bis Alexanderplatz ungemein hilfreich gewesen, aber ironischerweise wird sie erst wenige Tage nach Ende des Ausfalls in Betrieb genommen, und dann nur für die halbe Strecke.

Wäre man das Problem, den geplanten Hauptbahnhof auch ans U-Bahnnetz anzubinden, vom Anfang an sachlich angegangen, hätte man einfach die Linie U4 (Innsbrucker Platz – Nollendorfplatz) auf den bestehenden Schienen über die Stationen Bülowstr. und Gleisdreieck geführt, und dann (nähe Mendelssohn-Bartholdy-Park) ins Untergrund entlang der Eisenbahnunterführung für RE3/RE4/RE5 bis zur Haupbahnhof. Das wäre viel billiger gewesen, und bereits lange vor dem S-Bahnausfall in Betrieb.

Ganz abgesehn davon, dass eine solche Linienführung das Umsteigen zu den Linien U1, U2, U3 (am Nollendorfplatz, mit U1 auch am Gleisdreieck), U7 (am Bayerischen Platz) und S41/42/46 (am Innsbrucker Platz) ermöglicht hätte, bestünde noch die zusätzliche Möglichkeit, U-Bahnzüge direkt aus Ruhleben (über Olympia-Stadion und Zoologischen Garten) zum Hauptbahnhof zu führen.

Mit freundlichen Grüßen,
Waruno Mahdi

Datum:  31. Oktober 2008
An: Den Tagesspiegel
Betreff: Letzter Abflug Tempelhof (31.10.08, Ss. 1, 9, 10)

Sie haben seit Tagen bereits ausfuehrlich und ueberaus einfuehlsam ueber die Schliessung des Flughafens Tempelhof berichtet, haben Sie dafuer vielen Dank.

Vor 50 Jahren, in 1958, war ich zum ersten Mal in Berlin (West). Danach besuchte ich die (den) Stadt(-teil) immer wieder — vor dem Mauerbau, und waehrend es den Mauer gab. Vor knapp 32 Jahren kam ich dann um endgueltig hier zu bleiben. Um nicht durch die DDR zu reisen, bin ich bis zur Wiedervereinigung nach Westdeutschland immer nur geflogen.

Inzwischen Deutsche Staatsbuerger, nahm ich selbstverstaendlich an der Unterschriftensammlung und dem Volksbegehren teil. Aber der Erfolg blieb aus, wir haben Tempelhof nicht retten koennen, also blieb gestern abend nur noch traurig Abschied zu nehmen.

Goodbye Tempelhof, das hatten sie niemals mit Dir machen duerfen.

Mit traurigen Gruessen,
Waruno Mahdi

Datum:  16. August 2008
An: Den Tagesspiegel
Betreff: Neuer S-Bahnhof hat weiterhin .. Maengel (16.08.08, S. 11)

Mich hatte von Anfang an gestoert, dass der S-Bahnhof Julius-Leber-Bruecke mit zwei Seitenbahnsteigen (beidseitig der Bahngleisen) vorgesehen wurde, statt mit einem Mittelbahnsteig zwischen den zwei Gleisen.

Abgesehen davon, dass nun Alles (Aufzug, Zugangstreppe[n], Wartehalle und [Teil-]Ueberdachung) in doppelter Menge aufgebaut werden muss, ist hier die einzige Haltestelle von Yorckstrasse bis Wannsee, an welcher der Ausstieg rechts statt links ist. Fuer Passagiere auf Rollstuehlen bzw. mit Kinderwagen, Fahrraedern, oder Koffern, ist das laestig.

Man haette einfach zunaechst zwei Gleisstrecken dort, wo jetzt die Seitenbahnsteige sind, verlegen muessen. Waehrend danach die Zuege ueber die neuen Gleise fuhren, haette man einen Mittelbahnsteig an der Stelle der alten Gleisfuehrung bauen koennen. Das haette vielleicht etwas mehr Zeit in Anspruch genommen (nicht viel mehr, da gleichzeitig auch Ueberreste eines aelteren Bahnhofs beseitigt werden mussten), dafuer aber die Mehrkosten fuer zweifache Bahnsteigausstattung mit Aufzuegen, Treppen, Wartehallen usw. erspart. Oben waere dann auch mehr Raum uebrig zum Fahrraeder-Abstellen.

Mit freundlichen Gruessen,
Waruno Mahdi

Datum:  2. August 2008
An: Den Tagesspiegel
Betreff: "Flinke Daisy" von Klaus Kurpjuweit (02.08.08, S. 7)

Bravo, endlch schreibt mal jemand darueber!

Unter den Eindruecken, die ich aus der Zeit meines Verbleibs in der ehemaligen Sovjetunion behalten habe, ist die von der paranoiischen Informationsunterdrueckung, die dort herrschte. Stadtplaene wurden nur sehr schemenhaft vereinfacht veroeffentlcht, Strassennamenschilder und Richtungshinweise fehlten oft, oder waren unuebersichtlich. In jeden Besucher sah man wohl einen Spion, dem man es nicht auch noch den Weg zu finden leichter machen zu muessen meinte.

Daran wurde ich erinnert, als ich zum ersten Mal in unserem neuen Hauptbahnhof den Weg suchte, und immer wieder wenn ich dort sein muss. Nun ist es mir natuerlich klar, dass das woran der Architekt litt mitnichten als "Paranoia" zu bezeichnen waere. Eher ist das so wie in den Warenhaeusern, die alle drei oder vier Monate die Warenauslagen gruendlich veraendern, damit die Kaeufer erst durch den halben Laden herumirren eher sie das finden was sie suchten. Angeblich soll das sie dazu animieren, auch andere Sachen zu kaufen, was ich jedoch an meinem Beispiel nicht bestaetigen kann (eher aergere ich mich, und kaufe das, was ich wollte, im Laden gegenueber).

Im Hauptbahnhof soll wohl der Passagier durch den ganzen Bahnhof irren um ihn zu zwingen, dessen volle architektonische Pracht (und dementsprechend auch die unvergleichliche Genie des Architekten) aus allen Blickwinkeln zu bewundern. Das wird wohl auch der Grund sein, weshalb man so wenig Sitzbaenke auf den Bahnsteigen hat. Der auf seinen Zug wartende Passagier soll sich gefaelligst nicht sitzend bequem machen, sondern die Zeit dazu benutzen, einen Pilgertour durch diesen Tempel aus Luft und Raum zu absolvieren. Aber was machen die Undankbaren? Sie haengen trotzdem nur da herum, waehrend die juengeren unter ihnen sogar einfach auf dem kalten Betonboden sitzen!

Ach, ja, frueher war natuerlich alles besser. Genau, am Bahnhof Zoo: Reichlich Sitzbaenke, alles schoen uebersichtlich, leicht auffindbare Abfahrt- und Ankunfttabellen, usw. Ich weiss warum die internationalen Zuege dort nicht mehr anhalten duerfen. Es wuerde sonst niemand mehr am Hauptbahnhof ein- und aussteigen wollen.

Mit freundlichen Gruessen,
Waruno Mahdi

Datum:  18. Mai 2008
An: Den Tagesspiegel
Betreff: Wannsee ist wie Abu Simbel (18.05.2008, S. 1)

Hihi.... Zum Glueck gibt es da aber sichere Abhilfe:
Das Bundesverwaltungsgericht sollte doch einfach feststellen, dass der Flughafen BBI Schoenefeld nur dann in Betrieb genommen werden darf, wenn das Strandbad Wannsee fertigsaniert ist.
Begruendung? Na wenn Alle mit Badehose und Schwesterlein nach Mallorca fliegen muessten, wuerde das doch die BBI voellig ueberbelasten! Natuerlich koennte man auch einen Volksentscheid herbeifuehren, aber ob denn das ernst genommen wird scheint irgendwie dahingestellt.

Mit freundlichen Gruessen,
Waruno Mahdi

Datum:  8. November 2007
An: Den Tagesspiegel
Betreff: Luftbrücke lebt (08.11.2007, S. 44)
Könnte man nicht wenigstens mit dem Schließen des Flughafens Tempelhof so lange warten, bis der letzte Rosinenbomber-Pilot nicht mehr unter uns weilt, damit er das nicht mehr mitbekommen muss?

Mit freundlichen Grüßen,
Waruno Mahdi

Datum:  14. Juli 2002
An: Den Tagesspiegel
Betreff: Wen kümmert das Rauchverbot? (14.07.02 / Lesermeinung)

Bravo, endlich sagt jemand etwas! Die Ausflüchte des Herrn vom "Vorstand Betrieb" sind wenig überzeugend.

Auf vielen U-Bahnhöfen hängen überhaupt keine Rauchverbotsschilder. Wenn sie denn vorkommen, sind sie an der Wand gegenüber vom Platform angebracht statt dort, wo potentielle Raucher stehen oder sitzen. Dafür werden an allen Bahnhöfen bequem neben den Sitzbänken Aschenbehälter bereitgestellt als diskrete Einladung zum Rauchen.

Gelegentlich ertönt über Lautsprecher die Bitte, man möge doch das Rauchverbot beachten, aber von einer sexy Frauenstimme derart neckisch vorgetragen, dass jedes Mannsbild in Hörbereich den unwiderstehlichen Zug erlebt, sofort eine Glimmstengel anzuzünden.

Kurzum, wenn ich für den Betrieb zuständig wäre, und alles daran tun wollte, ein unbeliebtes Rauchverbot zu untergraben, würde ich wahrscheinlich genau so vorgehen, wie das zur Zeit geschieht

Mit freundlichen Grüßen,
Waruno Mahdi

Datum:  18. April 2001
An: Den Tagesspiegel
Betreff: Besirksnummer statt Namen?

Die ganze Aufregung verstehe ich wirklich nicht. Zumindest Westberliner müssten sich noch an die Zeit vor Einführung der bundeseinheitlichen Postleitzahlen erinnern, als unsere Stadthälfte in numerierte Postzustellbezirke unterteilt war: 12 war in Charlottenburg, 42 Tempelhof, 44 Neukölln, usw. Und was Soho für London, und Rive gauche für Paris, das war bei uns doch SO-36 (Süd-Ost + 36, die Postzustellnummer in Kreuzberg).

Nummer-Bezirke bieten den Vorteil, dass Namen wie Prenzlauer Berg als traditionelle Stadteilbezeichnungen, frei von bürokratischen Eingrenzungen, weiterleben können. Für die bürokratisch-hierarchische Gliederung hätte man, ganz passend, die jeweilige Nummer. Das wäre auch praktisch für Eintragungen im Telefonbuch oder Anschriftsangaben auf Werbeplakaten, denn nur von den allerwenigsten 5-stelligen Postleitzahlen weiß man auswendig, welchen Stadteilen sie zugeordnet sind.

Mit freundlichen Grüßen,
Waruno Mahdi

Datum:  12. April 2000
An: Den Spiegel
Betreff: 15/2000: Haupstadt: Mehltau auf Magic City

Berlin, wie Sie schreiben, ist im Hauptstadt-Ranking auf Platz vier geklettert, hinter London, Paris und Rom. Die gegensätzlichen Reaktionen der jeweiligen Stadverwaltungen auf die Schockwirkung dieser doch überaus erfreulichen Entwicklung scheint den Tenor Ihres Berichts zu bestätigen.

In London beschloss man die nächtliche Sperrstunde für Gastwirtschaften aufzuheben. In Berlin will man sie dagegen neu einführen. Die hierfür vorgeschobene medizinische Begründung, übrigens, ist ein wahrhaft brillianter Kabinetstück der Statistik-Aufbereitung, der einen würdigen Platz in zukünftigen Lehrbüchern verdient.

Berlin hat diesen Stoß in den Rücken aber wirklich nicht verdient.

Mit freundlichen Grüßen,
Waruno Mahdi


© Waruno Mahdi.

ZURÜCK